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Puppen

Theatersommer 2002

Was ihr wollt

Autor: William Shakespeare
Regie: Martin Schuster

Ein Zwillingspaar, das durch ein Schiffsunglück getrennt wird;
eine spröde Gräfin, die um ihren toten Bruder trauert und den Liebesschwüren eines benachbarten Herzogs kein Gehör schenkt;
ein Narr, der sich als Philosoph herausstellt;
zwei rüpelhafte, versoffene Junker;
ein eitler Hausverwalter, dem einige üble Streiche gespielt werden ...

...das sind nur einige Ingredienzien dieser spritzig-flotten Verwechslungskomödie, die zu William Shakespeares Meisterwerken zählt.

Ewig aktuelle Themen wie Liebe und (Selbst)täuschung werden in "Was ihr wollt" auf amüsante und doch tiefsinnige Weise behandelt und mit viel Sprachwitz und Situationskomik gewürzt.

Zum Stück
In der "zwölften Nacht" nach Weihnachten hat das ausgelassene saturnalische Treiben zwischen Weihnachten und Dreikönig seinen Höhepunkt erreicht. Dies lässt vermuten, dass Was ihr wollt am Vorabend des Dreikönigsfestes von 1601 oder 1602 uraufgeführt wurde. Demzufolge gab es eine enge Beziehung zwischen der Aufführungssituation und der Atmosphäre der Komödie selbst, die durch Scherze und Freude an Verkleidung und Täuschung geprägt ist.
"Twelfth Night, or What you will" gilt allgemein als Höhepunkt der Shakespeare'schen Komödienkunst und teilt sich -wie auch andere Stücke des Autors- in eine höfisch-romantische Haupthandlung und eine derb-fröhliche Nebenhandlung. Zwischen diesen Handlungssträngen steht der Narr, der mit seinen geistreichen Einwürfen das Geschehen kommentiert.
Das Thema von "Was ihr wollt" ist die getäuschte Liebe. Der Herzog Orsino irrt sich in seinen Gefühlen, die Gräfin Olivia wird durch Violas Verkleidung getäuscht, Malvolio durch seine Selbstverliebtheit und Überheblichkeit. Nur Viola, die durch ihre Verkleidung als Mann erst das Verwirrspiel auslöst, ist sich von Anfang an über ihre Neigung im Klaren und bleibt ihr treu.
Die turbulente Nebenhandlung erweist sich durchaus den Handwerkerszenen im "Sommernachtstraum" ebenbürtig: Sir Toby Belch (Tobias von Rülp) ist eine derbe Figur im Stil Falstaffs, Sir Andrew Aguecheek (Junker Bleichenwang) ist eine Karikatur des ungebildeten englischen Landadels, und in der Figur des Hausverwalters Malvolio ("der Übelwollende") nimmt Shakespeare die theaterfeindlichen und selbstgerechten Puritaner aufs Korn. Überhaupt gibt es in "Was ihr wollt" zahlreiche Anspielungen auf Shakespeares Zeit, und das "Illyrien", in dem das Stück spielt, ist natürlich England.

Zur Inszenierung
Die Laienbühne Heidenreichstein verwendet eine gekürzte Neuübersetzung von Heiko Postma, die für unsere spezielle Aufführungssituation adaptiert wurde. Der für Shakespeare typische Wechsel zwischen Versen und Prosa wurde beibehalten und einige bundesdeutsche Ausdrücke und Wendungen behutsam ins "Österreichische" übertragen.
Wir haben Inszenierung und Bühnenbild bewusst schlicht gehalten und spielen nicht in historischen (oder historisierenden) Kostümen, und zwar aus mehreren Gründen: zum einen wirkt die einmalige Kulisse des Burghofs mit seinen riesigen Steinmauern an sich schon beeindruckend; zum anderen ergibt sich vielleicht gerade aus dem Kontrast zwischen modernen Kostümen und Requisiten einerseits und dem "klassischen" Ambiente andererseits ein interessanter Reiz; und schließlich gilt Shakespeare als einer der zeitlosesten Autoren überhaupt - keinesfalls als einer, der sich auf das elisabethanische England festnageln ließe. Deshalb ist es letztendlich auch nicht wichtig, in welcher Bearbeitung oder Sprache Shakespeare gespielt wird.
Dazu ein Zitat aus einem Vortrag des berühmten Shakespeare-Regisseurs Peter Brook: "In dem Moment, wo man übersetzt, geht eine Ebene der Musikalität des Textes verloren. Das Bewundernswerte bei Shakespeare ist: In seinen Dramen, steckt so viel dass noch immer eine Menge außergewöhnliches und bedeutendes Material übrig bleibt, nimmt man all das weg, was bei den meisten Dichtern neunzig Prozent ihres wahren Wertes ausmacht. Die geheimnisvolle Kraft Shakespeares bleibt auch in der Übersetzung erhalten; aus ihr kommt die Energie, die zur Darstellung führen kann. Sie ist in den Figuren, in den Beziehungen zwischen den Figuren, in allen anderen Aspekten und auch in den Ideen, die in seiner Sprache enthalten sind; also auch wenn die magische Ebene der Worte durch die Übersetzung verliert, bleibt etwas ganz Gewaltiges übrig."



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'Es ist besser ein kleines Licht anzuzünden, als über die Dunkelheit zu klagen.'

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