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Puppen

Theatersommer 1983

Der G´wissenswurm

Autor: Ludwig Anzengruber
Regie: Herbert Poindl

Der Gwissenswurm ist eines der vielen Werke Anzengrubers, in denen er zum Gewissensanwalt seiner Zeit wird. Auch fehlt es nicht an einer Lieblingsperson des Dichters: der abseits der "Großen" stehende Mensch, den Unrecht, Unglück oder soziale Verhältnisse dorthin gedrängt haben - die Dienstmagd Liesl.
Ihr hat Anzengruber gültige, aufmunternde, voll Optimismus strahlende Worte in den Mund gelegt. Nicht verzagen, sich an Kleinigkeiten erfreuen. Witz verstehen und ertragen können, Aufrichtigkeit, Ehrgefühl und Abwendung und Bekämpfung der Verlogenheit der Gesellschaft - in allem spiegeln sich die Lieblingsideen des Dichters. Eine besondere Stoffquelle zu diesem Volksstück ist nicht nachgewiesen. Es erscheint aber im Kern nicht unwirklich. Nicht selten erschlich man sich "früher" mit wesentlichen wirksameren Mitteln als den Androhungen von Hölle, Tod und Teufel das Hab und Gut seines "geliebten" Nächsten. Gleichzeitig ist der Gwissenswurm auch Anklage für jene, die kritiklos ihr Vertrauen in blinder Naivität der Gesellschaft schenken, "nua weils iahnan Krepfl a Guat tat", die nicht reflektierend ihren Minderwertigkeitskomplex durch großes, sich selbst auferlegtes Jammern, Dulden und Leiden überdeken und soch so Anerkennung und Mittelpunktsstellung verschaffen.
Der Gwissenswurm - ein Stück voll Witz und humorvoller Belehrung bis zum letzten Satz:
"Drum sorg' di für's Deine,
moch niamanden irr,
und misch di' net eine,
du kriagst nix dafür."



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'Ein Theaterstück, selbst ein zorniges, ist unter anderem immer auch ein Liebesbrief, gerichtet an die Welt, von der sehnsüchtig eine liebevolle Antwort erhofft wird.'

Henry Miller *1891 - †1980

 
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