Puppen

Theatersommer 1994

Cyrano de Bergerac

Autor: Edmond Rostand
Regie: Martin Hetzendorfer

ZUM STÜCK

Der Titelheld des Dramas, Cyrano Savinien Hercule de Bergerac, ist der ungestümste unter den ungestümen Gascogner Kadetten. Niemand ist vor seiner spitzen Zunge sicher, schon gar nicht die "Stutzer" oder die eitlen Gecken oder hohen Herren. Doch nicht nur ein hervorragender Reimeschmied ist dieser Cyrano, er ist vielmehr einer der besten Fechter seiner Zeit, "fürchterlich wütet sein Degen".
Nur einen Makel hat der Tausendsassa: ein "Mordstrumm von einer Nase". Daher wagt er auch gar nicht, von der Erfüllung seiner Liebe zu Roxane zu träumen. Noch dazu wo diese in den schönen Christian verliebt ist, dem es jedoch nach eigenen Worten "an Geist mangelt", um die Damen mit Liebesschwüren zu betören. Doch da hat Cyrano eine Idee. Er gewinnt Christian für eines der ungewöhnlichsten "Experimente" der Weltliteratur...
Mit viel Schwung, Romantik und feiner Ironie erzählt Rostand die Geschichte des französischen Nationalhelden, zugleich die Geschichte eines ungewöhnlichen Menschen, dessen Freiheitsliebe, Gerechtigkeitssinn und Charakterfestigkeit mindestens ebenso ausgeprägt sind wie sein "Markenzeichen", seine Nase.

DICHTUNG UND WAHRHEIT IM "CYRANO"

Dem meistgespielten französischen Theaterstück liegt die Lebensgeschichte des wirklichen Cyrano zugrunde. Vieles in dieser Komödie ist historisch belegt. Vieles entstammt der skurrilen Vorstellungswelt des Cyrano und ist seinen Schriften entnommen.
Es beginnt schon mit dem Aussehen des Helden. Die lange Nase, sein besonderes Kennzeichen, ist verbürgt. Ebenso seine Freundschaft mit Le Bret, den er sogar als seinen Nachlaßverwalter bestimmt.
Cyranos Auftreten im 1. Akt, die Verhinderung des Auftritts des Schauspielers Montfleury im Hotel de Bourgogne, soll so oder ähnlich stattgefunden haben.
Die Teilnahme Cyranos am Dreißigjährigen Krieg ist bewiesen. Seine Tapferkeit, seine überragende Fechtkunst und seine schweren Verwundungen, die ihn letztlich dazu zwangen, seine militärische Laufbahn zu beenden, sind historische Tatsachen. Auch die Darstellung der Gascogner Kadetten als Raufbolde, als ewige Duellanten, aber auch als zusammengeschweißte Gemeinschaft, die Eindringlinge in ihre Reihen (Christian) nicht schätzen, entspricht den Tatsachen.
In der Szene im 3. Akt, in welcher der maskierte Cyrano den Grafen Guiche aufhält, um die Hochzeit von Roxane und Christian nicht zu gefährden, antwortet Cyrano auf die Frag, woher er komme: "Vom Mond". Der Stoff zum anschließenden Dialog über die sechs Möglichkeiten, zum Mond zu fliegen, ist den utopischen Romanen Cyranos entnommen.
Seine militärische Laufbahn endete 1640 aufgrund einer schweren Verletzung, die er während der Belagerung der Stadt Arras (der 4. Akt im Bühnenstück) davongetragen hatte.
Schließlich ist das leidvolle Ende Cyranos, die Verletzung durch das herabfallende Holzscheit und das anschließende Siechtum, historisch belegt. Ob dieser Unfall zufällig geschah oder absichtlich herbeigeführt wurde, kam nie heraus.
Der Gestalt Roxanes entspricht Madeleine Robineau, verwitwete Baronesse de Neuvillette und Cousine Cyranos, die ihn zusammen mit Le Bret und anderen Freunden bis zu seinem Tode pflegte. Sie war nach dem Tod ihres Gatten ins Kloster gegangen, so wie Roxane im Stück.



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'Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel.'

Paul Watzlawick *1921 - †2007

 
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