Puppen

Theatersommer 1986

Michael Kohlhaas

Autor: Heinrich Kleist
Regie: Herbert Poindl

In der Thematik des Stückes geht es um das Recht der Selbsthilfe, wenn das Versagen des Staates vorliegt. Voraussetzung dafür ist aber ein "Rechtsgefühl, so fein wie eine Goldwaage", das Kohlhaas charakterisiert und auszeichnet.

Der Gegensatz von Pflicht und Begierde führt beim Junker Wenzel von Tronka, wie auch bei seinen Vettern Hinz und Kunz (Adel) zu keinem seelischen Spannungsverhältnis. So handelt sie zugunsten ihrer Neigung. Ihnen gegenübergestellt ist Kohlhaas (Bürgertum); alles hinterfragend und mit einem beständigen Schuldgefühl gegenüber der Gemeinschaft und dem Recht des anderen, mit der Annahme, selber fehlgegangen zu sein. Kohlhaas ist kein Provokateur. Käme er zu seinem Recht, wäre die Ordnung wieder hergestellt. Je mehr er aber dieses Recht sucht, desto weniger hat er Aussicht auf Erfolg.
Der äußere und innere Frieden, die Rechtssicherheit als Voraussetzung hiefür und die Bewahrung derselben als Lebensgrundlage, sind Rechtfertigung für den Gebrauch von "entsetzlichen Methoden", die schließlich zum Ziel führen, dem ordentlichen Rechtsverlauf, dem sich Kohlhaas bedingungslos unterordnet, weil sein "höchster Wunsch auf Erden" erfüllt ist.



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'Gib mir nur ein Licht, gib mir nur einen Meter Boden und ich gebe Dir die Welt.'

Étienne Vacherot (französischer Gelehrter und Philosoph)

 
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